Menstruationsschmerzen und Unterleibskrämpfe

Fürchten Sie das Einsetzen Ihrer Periode, weil sie Ihnen Schmerzen bereitet? Wenn ja, sind Sie nicht allein. Menstruationsschmerzen - der medizinische Ausdruck lautet Dysmenorrhoe - sind verbreitet. Mehr als jede zweite Frau klagt über monatliche Regelschmerzen und ca. jede vierte Frau hat derart starke Schmerzen, dass Arbeit oder Schule unmöglich sind.

Was verursacht diese Krämpfe?

Jeden Monat wird die Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) in Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft aufgebaut. Kommt es zu einer Schwangerschaft, nistet sich das befruchtete Ei in der Gebärmutterschleimhaut ein und wird von dort während seiner weiteren Entwicklung ernährt. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Gebärmutterschleimhaut nicht gebraucht. Sie wird abgebaut, und Hormone namens Prostaglandine werden ausgeschüttet. Diese veranlassen die Muskeln der Gebärmutter sich zusammenzuziehen und die Schleimhaut abzustoßen. Es sind dieselben Muskeln, die das Kind bei der Geburt hinausdrücken, und daher äußerst kräftig. Manche Frauen haben einen höheren Prostaglandin-Spiegel. Darin wird eine mögliche Ursache für die schmerzhaften Muskelkrämpfe gesehen.

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Welche Art von Schmerz ist das?

Manche Frauen spüren nur ein wenig Unbehagen, wenn sie ihre Periode haben, während andere extrem starke Schmerzen haben. Für gewöhnlich treten die Schmerzen in Form krampfartiger Spasmen auf. Sie können im Unterbauchbereich beginnen und sich strahlenförmig ausbreiten bis zur Wirbelsäule und sich hinunter bis in die Beine ziehen, oder sich im unteren Rückenbereich konzentrieren. Derartige Schmerzen können von Benommenheit oder Übelkeit sowie Durchfall oder Erbrechen begleitet sein. In solchen Fällen sollten Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin wenden. Die meisten Frauen empfinden den Schmerz für gewöhnlich einige Stunden vor dem Einsetzen der Regelblutung und spüren ein Nachlassen der Schmerzen, sobald der Blutfluss eingesetzt hat. In einigen wenigen Fällen setzen sich die Schmerzen auch am zweiten oder sogar dritten Tag der Regel fort.

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Was können Sie zur Schmerzlinderung tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, Menstruationsschmerzen zu lindern. Die Schwierigkeit besteht darin, für sich selbst die passende Methode zu finden. Legen Sie sich nach Möglichkeit beim ersten Anzeichen von Schmerzen hin und legen Sie sich ein Heizkissen auf den Bauch. Auch ein schönes warmes Bad oder eine Wärmflasche können helfen. Fragen Sie Ihren Apotheker um Rat zu passenden Schmerzmitteln. Auch freiverkäufliche Arzneimittel können Abhilfe schaffen. Um maximale Wirkung zu erzielen, sollten Schmerzmittel eingenommen werden, bevor der Schmerz zu stark wird.

Massieren kann Regelschmerzen, ebenfalls lindern. Streicheln Sie leicht Ihren Bauch oder bitten Sie Ihren Partner darum, Ihnen den Rücken zu massieren. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben - besonders einige Tage vor dem Einsetzen der Periode - kann dies durch die Senkung Ihres Prostaglandin-Spiegels auch zur Schmerzlinderung beitragen. Sport verbessert die Durchblutung des Beckens und wirkt dadurch möglichem Völlegefühl entgegen. Dehnübungen wie zum Beispiel mit den Beinen in der Luft Fahrrad fahren sind am besten geeignet.

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Was Ihr Arzt/Ihre Ärztin für Sie tun kann

Hormonbehandlungen: Frauen, die keinen Eisprung haben (also nicht jeden Monat eine reife Eizelle produzieren), leiden selten an Menstruationsschmerzen. Wenn Sie, wie die meisten Frauen, einen Eisprung haben, verschreibt Ihnen Ihr Arzt/Ihre Ärztin möglicherweise eine Hormonbehandlung zur Hemmung des Eisprungs. Die "Pille" wird oft zu diesem Zweck genutzt.

Anti-Prostaglandine: Diese ärztlich verschriebenen Mittel verringern die Wirkung von Prostaglandinen.

Operative Behandlung: Früher wurde bei vielen Frauen mit Menstruationsbeschwerden eine als Dilatation und Currettage bezeichnete Operation zur teilweisen Entfernung der Gebärmutterschleimhaut durchgeführt. Diese spezielle Operation wird heute kaum noch durchgeführt. Wenn aber die Regelblutung sehr stark und dazu schmerzhaft ist, kann der Arzt/die Ärztin ein modernes Äquivalent zur oben genannten Operation empfehlen: eine Endometrium-Ablation, bei der die Behandlung mittels Laser erfolgt.

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Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden

Regelschmerzen werden manchmal von anderen Leiden verursacht oder verschlimmert. Dies nennt man sekundäre Dysmenorrhoe. Wenn Sie plötzlich stärkere Schmerzen als sonst verspüren oder eine Veränderung Ihrer Regelblutungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen. Insbesondere ältere Frauen sollten ärztlichen Rat suchen, wenn ihre Schmerzen auf Behandlung nicht ansprechen.

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Endometriose

Endometriose tritt auf, wenn sich Zellen aus der Gebärmutterschleimhaut in anderen Bereichen des Körpers ansiedeln und dort Reizungen und Schmerzen hervorrufen.

Symptome: Stechende Unterleibsschmerzen sowie kolikartige Menstruationsschmerzen; Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Behandlung: Für gewöhnlich erfolgt eine Hormonbehandlung, und in schweren Fällen wird auch eine Operation vom Arzt empfohlen.

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Fibrome

Fibrome sind nicht bösartige Wucherungen im Innern der Gebärmutter.

Symptome: Dumpfe Schmerzen im Unterleib; ein angeschwollener Leib; starke und schmerzhafte Regelblutung.

Behandlung: Hängt von der Lage und der Größe des Fibroms ab. Manchmal ist keine Behandlung nötig. Fibrome wachsen in Reaktion auf das Hormon Östrogen. Wenn dieses Hormon nach der Menopause abnimmt, schrumpfen Fibrome oft und verschwinden praktisch. Eine Entfernung der Fibrome oder eine Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) kann in Frage kommen, wenn die Symptome schwerwiegend sind.

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Entzündliche Beckenerkrankungen (PID)

Entzündliche Beckenerkrankungen sind lang andauernde Entzündungen von Beckenorganen, für gewöhnlich hervorgerufen durch eine Infektion.

Symptome: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr; übel riechender Scheidenausfluss; starke und schmerzhafte Regelblutungen.

Behandlung: Für gewöhnlich werden PIDs mit Antibiotika behandelt.

Derartige Krankheitszustände können Sie nicht selbst diagnostizieren, wenden Sie sich also an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, um mögliche Symptome abzuklären. Man wird Sie möglicherweise ins Krankenhaus zu einer Laparoskopie überweisen. Zu diesem Zweck wird ein kleiner Schnitt in den Unterleib gemacht und durch ihn eine winzige Kamera eingeführt, die an einem Teleskop befestigt ist. So kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen.

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Mittelschmerz

Manche Frauen empfinden einen Mittelschmerz ungefähr in der Mitte ihres Monatszyklus - für gewöhnlich 12 bis 16 Tage nach der Periode. Hierbei handelt es sich um einen stechenden, einseitigen Schmerz im unteren Bereich des Unterleibs. Er dauert nur einige Minuten oder, was selten ist, mehrere Stunden. Dieser Schmerz wird durch den Eisprung verursacht, wenn die Eizelle aus dem Eierstock herausgeschleudert wird. Ein leichtes Schmerzmittel schafft nötigenfalls Abhilfe.

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Es gibt Hoffnung

Es tröstet Sie vielleicht zu wissen, dass Regelschmerzen und Unterleibskrämpfe mit zunehmendem Alter an Intensität abnehmen und nach einer Schwangerschaft häufig verschwinden. Menstruationsschmerzen begleiten Sie also nicht unbedingt ein Leben lang.

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